Informationen zum INSIGHT-Curriculum "PÄDergo"
Informationen zum INSIGHT-PÄDergo 2017-18 / Stand April 2017

Diese Kursreihe ist konzipiert für BerufsanfängerInnen und ErgotherapeutInnen, die noch nicht lange im Bereich Pädiatrie arbeiten. Sie ist auch für WiedereinsteigerInnen geeignet.
Analog zu den einzelnen Schritten im CPPF (Canadian Practice Process Framework) wird in den einzelnen Modulen das betätigungsorientierte und klientenzentrierte Vorgehen im ergotherapeutischen Interventionsprozess thematisiert. Neben der Vorstellung fundierter Assessments zur Befundung liegt ein Schwerpunkt der Weiterbildung auch in der Vermittlung aktueller und in der Praxis erprobter Behandlungsmethoden/-ansätzen für eine große Anzahl der auftretenden pädiatrischen Krankheits- und Störungsbilder. Zudem werden Grundlagen zur Gesprächsführung mit Eltern und das Vorgehen zur gemeinsamen konkreten Zielformulierung vorgestellt. Alle Inhalte werden so vermittelt, dass eine direkte Umsetzung in die praktische Arbeit möglich ist. Dokumente mit denen im Seminar gearbeitet wird (Befundbögen analog zur ICF-CY etc.), werden den TeilnehmerInnen zur Verwendung in der eigenen praktischen Arbeit zur Verfügung gestellt.

Allgemeine Ziele der Weiterbildung:

Die TN sollen in der Lage sein:
  1. ein Kind betätigungsorientiert zu befunden
  2. den Befund in Bezug zur Alltagsperformanzproblematik zu setzen
  3. mit den Eltern (und dem Kind) gemeinsam Zielformulierungen zu erarbeiten
  4. die Ziele überprüfbar, konkret und alltagsorientiert zu formulieren
  5. für das Kind geeignete Behandlungsstrategien zu wählen
  6. strukturierte Elterngespräche zu führen
  7. den Therapieverlauf zu dokumentieren und zu reflektieren, gegebenenfalls das therapeutische Vorgehen anzupassen, zu verändern und abschließend zu evaluieren.
  8. die Therapie nach außen darzustellen (Verfassen von Befund-, Verlaufs- und Abschlussberichten).
Den TeilnehmerInnen werden verschiedene Therapieverfahren im Bereich der Pädiatrie vorgestellt. Dadurch können sie sich je nach persönlichem oder Tätigkeitsschwerpunkt u.U. für eine umfassende Weiterbildung in einer speziellen pädiatrischen Therapiemethode entscheiden.

Alle ReferentInnen verfügen durch langjährige praktische therapeutische Arbeit in der Pädiatrie und durch vielfältige Unterrichtserfahrungen über umfassende Kompetenzen im Bereich der pädiatrischen Weiterbildung.
Die Seminare werden, wie bei INSIGHT grundsätzlich üblich, in der Regel von 2 ReferentInnen geleitet.

Fachliche Kursleitung: Astrid Baumgarten

Die Weiterbildung schließt mit einer Fallarbeit und einem Abschlusskolloquium ab. Die Teilnehmer erhalten ein Zertifikat mit der Bezeichnung "INSIGHT - PÄDergo".

Voraussetzung für die Teilnahme an der PÄDergo-Weiterbildung ist, dass die gelernten Kursinhalte in die praktische Arbeit mit Kindern übertragen werden können.

Der Kurs besteht aus 4 Modulen und umfasst insgesamt 158 UE Präsenzzeit

Präsenzzeit:158 UE
Davon Kursinhalte:150 UE
Zusätzlich UEs zum Besprechen der Ergebnisse des Selbststudiums: (Diese UEs finden im Anschluss an die "regulären" Kursinhalte statt.)8 UE
Selbststudium:22 UE
Gesamtumfang:180 UE

Den TeilnehmerInnen wird zusätzlich die Möglichkeit geboten am Abend interessierten KollegInnen und einer INSIGHT-Referentin "schwierige Kinder" aus der praktischen Arbeit vorzustellen, um Fragen zu diesen Fällen zu klären.

Die einzelnen Kursthemen sind teilweise auch als Einzelseminare buchbar. Die Zusatzbezeichnung "INSIGHT - PÄDergo" wird aber nur erteilt, wenn der Gesamtkurs inkl. Selbstudiumsanteilen und Abschluss absolviert wird.

Die Zertifizierung zum "PÄDergo" erfolgt durch INSIGHT.


Kursgebühr für 18 Tage mit insgesamt 180 UE inkl. INSIGHT-Zertifizierung "PÄDergo": 1.950,- €
Zahlbar in 2 Raten.
Damit werden bei der PÄDergo-Buchung insgesamt ca. 400,- € gegenüber der Einzelkursbuchung gespart.


Kursort: Bonn

Literaturempfehlung:
Baumgarten, A. & Strebel, H. (Hrsg.) (2016). Ergotherapie in der Pädiatrie. Schulz-Kirchner Verlag
Largo, R. (2010). Babyjahre; Entwicklung und Erziehung in den ersten vier Jahren. Serie Piper


>> Zur Anmeldung

INSIGHT - PÄDergo: Das Modulsystem

Aufteilung der einzelnen Themenbereiche, Seminarinhalte, Modulstruktur:
Die Kurszeiten sind in der Regel von 9.30 bis ca. 17.30 Uhr mit einer Stunde Mittagspause.
Die Termine für die Besprechung der Selbststudiumsaufgaben finden in den frühen Abendstunden statt.

Modul 1

Mi 6. Dezember, 9.30 Uhr bis So 10. Dezember 2017, 17.00 Uhr

Seminarthemen

Kindliche Entwicklung
Kriterien zur Befundung von Entwicklungsauffälligkeiten 8 UE

Bei der Analyse der Betätigungs- und Partizipationsprobleme, gerade bei jüngeren Kindern, stellt sich oft die Frage, ob diese Probleme Hinweise auf zugrundeliegende Entwicklungsauffälligkeiten sind. Denn insbesondere bei einem klientenzentrierten Ansatz ist es wichtig, individuelle Stärken und Schwächen im Interventionsprozess zu berücksichtigen. Vor diesem Hintergrund können dann therapeutische Bezugsrahmen und Methoden zielgerichtet ausgewählt werden. Auch der Dialog mit den Eltern wird durch dieses Wissen erleichtert.
Gerade bei jungen Kindern, die mit vielen gängigen Testverfahren noch nicht zu untersuchen sind, bieten das "Grenzsteinkonzept der kindlichen Entwicklung" (Michaelis 2010, 2013) ein gut anwendbares Assessment zur Beurteilung evtl. Entwicklungsauffälligkeiten. Die "Grenzsteine" ermöglichen eine Vereinfachung des interdisziplinären Austauschs mit Kinderärzten und pädagogischen Fachkräften, da auch diese Berufsgruppen dieses Instrument anwenden/ kennen.
In diesem Seminar soll u. a. anhand von Videofallbeispielen das Grenzsteinkonzept kindlicher Entwicklung in den o. g. Bereichen vorgestellt werden. Die grob- und feinmotorische, kognitive, sprachliche und sozial/emotionale Entwicklung in den ersten Lebensjahren wird im Kurs thematisiert.

Ein von INSIGHT entwickelter Beobachtungsbogen zur kriteriengeleiteten Beobachtung von Kindern zwischen 4 und 6 Jahren inkl. Auswertungshinweisen wird im Seminar anhand eines Videofallbeispiels vorgestellt und den TeilnehmerInnen nach dem Kurs zur Verwendung in der eigenen therapeutischen Arbeit als Dateianhang zugemailt.

Mi 6. Dezember 2017, 9.30 bis 17.00 Uhr
Referentinnen: Astrid Baumgarten, Iris Knipschild


Gesprächsführung mit Eltern - auf dem Weg zum Coaching (8 UE)

Ohne die Kooperation der Eltern ist eine Therapie nur bedingt wirksam, da nur durch sie eine Übertragung der erarbeiteten Fertigkeiten in den Alltag gewährleistet werden kann.
Häufig sind Ergotherapeuten in ihrer pädiatrischen Arbeit jedoch damit konfrontiert, dass Eltern die zahlreichen Hinweise und Tipps zum Umgang mit den Kindern im Alltag nicht umsetzen. Manchmal geschieht dies, weil unsere "Ratschläge" für die Eltern nicht kompatibel genug für die alltäglichen Abläufe zu Hause sind.
Daher ist es wichtig, über reflektive Fragen ("W"-Fragen) zum einen die Problemsituationen genau zu erfassen, zum anderen die Eltern auf dem Weg zu eigenen Lösungsstrategien zu begleiten. Diese Lösungsstrategien werden dann von den Eltern auch wirklich im Alltag erprobt.
In diese coachenden Elterngespräche fließt aber durchaus auch unser ergotherapeutisches Expertenwissen mit ein. Häufig geschieht dies im Sinne einer Aufklärung über die kindspezifischen Faktoren und deren Einfluss auf die Betätigungen im Alltag (Psychoedukation).

Themen des Seminars:

  • Überblick über die in der pädiatrischen Ergotherapie geführten Gespräche
  • Grundlagen der klientenzentrierten Gesprächsführung
  • Das PEO-Modell in der Elternarbeit
  • "Reframing", als Möglichkeit den Blick der Bezugspersonen auf das Kind positiv zu verändern
  • Einführung in den Einsatz der reflektiven Fragen Gesprächstechniken ("W - Fragen")
  • Übungsfälle und Arbeitsgruppen zur Erprobung der "W"-Fragen
  • Vermittlung von kindspezifischen Faktoren, z.B. beim Umgang mit Trotz, Essens- und Schlafproblemen, Problemen bei den Hausaufgaben.
Die im Seminar vermittelten Vorgehensweisen können auch sehr gut auf die Intervention mit älteren Kindern und Jugendlichen und auf die partnerschaftliche Zusammenarbeit mit pädagogischen Fachkräften übertragen werden.

Do 7. Dezember 2017, 9.30 bis 17.00 Uhr
Referentinnen: Astrid Baumgarten, Inge Esser


Grundlagen des ergotherapeutischen Befundes in der Pädiatrie anhand des CPPF-Prozessmodells:
Betätigungsorientierte Befunderhebung: COPM, Anamnese, Betätigungsanalyse, Auswahl der Befundinstrumente (12 UE)

Basis einer erfolgreichen ergotherapeutischen Behandlung ist eine betätigungsorientierte Befunderstellung.

Daher werden wir uns im Kurs mit folgenden Themen auseinandersetzen:

  • Kurze Einführung in das klinische Reasoning und in das kanadische Prozessmodell CPPF (Canadian Practice Process Framework), das den weiteren Ablauf des Seminars strukturieren wird
  • COPM als Instrument zur betätigungsorientierten Zielsetzung und Messinstrument für Ergebnisse und als Grundlage für den betätigungsorientierten Befund in der Pädiatrie
  • Formen der Anamneseerhebung in der Pädiatrie: Welche Bereiche der bisherigen Entwicklung müssen abgefragt werden? Wie gehe ich mit den gewonnenen Daten um?
  • Betätigungsanalyse: Wichtige Prinzipien in der Durchführung
  • Gezielte Auswahl eventuell zusätzlich einzusetzender Testverfahren, kriteriengeleiteter Beobachtungen, Screenings, um das Performanzproblem des Kindes zielgerichtet erkennen, benennen und behandeln zu können
  • Wie können die "Befund-Puzzlesteine" zu einem ergotherapeutischen Gesamtbefund zusammengefasst werden?
  • Vorstellung des, an die ICF-CY angelehnten, INSIGHT-Befundschemas, dass den Schritt der Interpretation der Test- und Beobachtungsergebnisse übersichtlich gestaltet und die Befundzusammenstellung erleichtert (das Schema wird den TeilnehmerInnen nach dem Kurs zur Verwendung in der eigenen praktischen Arbeit zugemailt).

Fr 8. Dezember 2017, 9.30 bis 17.00 Uhr; Sa 9. Dezember 2017, 9.30 bis 13.00 Uhr
Referentinnen: Astrid Baumgarten, Inge Esser


Diagnostik von Entwicklungsstörungen aus medizinischer Sicht (4 UE)

Aus der Sicht der im Zentrum für Frühbehandlung in Köln arbeitenden Kinderärztin und Referentin wird der Ablauf einer kinderneurologischen Untersuchung vorgestellt und weiterführende Schritte nach der Diagnostik diskutiert. Zudem werden verschiedene pädiatrische Krankheitsbilder und deren Einordnung/Klassifikation thematisiert.

Sa 9. Dez. 2017, 14.00 bis 17.00 Uhr
Referentin: Dr. Liliane Meyer-Overbeck


Einführung in den Entwicklungstest ET 6-6-R (8 UE)

Der ET 6-6 ist im Frühjahr 2013 durch eine komplett überarbeitete Fassung ersetzt worden, den ET 6-6R. Der mehrdimensionale Entwicklungstest für Kinder von 6 Monaten bis 6 Jahren hat sich für den Einsatz in einer ergotherapeutischen Praxis sehr bewährt.
Die Testbereiche/Entwicklungsdimensionen umfassen:
  • Grobmotorik
  • Feinmotorik
  • kognitive Entwicklung
  • expressive Sprache
  • soziale und emotionale Entwicklung

Im Zuge der Revision wurde die Zusammenstellung der Testaufgaben von 113 auf über 150 Aufgaben erweitert, zusätzlich wurde der Standardisierungsgrad des Verfahrens deutlich erhöht und es wurden zahlreiche Hilfen für häufig auftretende Probleme (z. B. typische Verhaltensweisen von Kindern während er Testdurchführung) formuliert.
Als Ergebniswerte werden bereichsspezifische Entwicklungsquotienten ermittelt.

Im Seminar werden wir uns mit folgenden Themen auseinandersetzen:

  • Hintergründe der Testkonstruktion
  • Durchführung, Auswertung, Interpretation des Tests anhand von Videofallbeispielen
  • Einsatzmöglichkeiten in der Praxis im Bereich des ergotherapeutischen Befundes und in der Diskussion mit dem behandelnden Kinderarzt.

So 10. Dez. 2017, 9.30 bis 17.00 Uhr
Referentinnen: Astrid Baumgarten, Inge Esser


Selbststudium/Aufgaben bis zum nächsten Modul: (6 UE)
Auswertung von vorgegebenen Anamneseinformationen; Beobachtungsbogen erproben.
Üben des Umgangs mit Tests (Testauswertungen/Interpretationen)


Präsenz im 1. Modul: 41 UE = 5 Tage


Modul 2

Termin: Termin: Mi 21. Februar, 9.30 Uhr bis So 25. Februar 2018, 17.00 Uhr

Seminarthemen

Ergotherapeutische Ansätze bei Kindern mit feinmotorischen Auffälligkeiten (8 UE)

Auffälligkeiten in der feinmotorischen Entwicklung sind der häufigste Verordnungsgrund für Kinder im Vorschulalter in der pädiatrisch-ergotherapeutischen Praxis. Daher ist es wichtig, für diese Probleme eine betätigungsorientierte Befundaufnahme und Behandlung anbieten zu können.

Die Inhalte des Kurses, analog zu den aktuellen Veröffentlichungen zu diesem Thema:

  • Erläuterungen der Voraussetzungen für die Entwicklung der Fein- und Graphomotorik
  • Handfunktionen als Basis für fein- und graphomotorische Aktivitäten
  • Betätigungsanalysen im Bereich der Feinmotorik
  • Störungen in der Fein- und Graphomotorik und deren Befundung anhand eines Screenings, angelehnt an KOEK/ SOESSS (die Screeningbögen werden nach dem Kurs zugemailt)
  • Entwicklung von Behandlungsstrategien jenseits der gängigen Übungsprogramme mit, für Kinder motivierenden Tätigkeiten
  • Anleitung der Eltern, den Therapieverlauf mit sinnvollen und alltagsbezogenen Aktivitäten im häuslichen Umfeld zu unterstützen
  • Ideen für den Praxisalltag und für die Umfeldberatung.

Mi 21. Febr. 2018, 9.30 Uhr bis 17.00 Uhr
Referentinnen: Iris Knipschild, Inge Esser


"Das Ziel bestimmt den Weg"
Alltagsorientierte Ziel- und Behandlungsplanung in der Pädiatrie (8 UE)

Die konkrete Zielformulierung (nach SMART) in der ergotherapeutischen Intervention führt zu Zufriedenheit der Klienten und deren Bezugspersonen, gezielter Therapie und konkret überprüfbarem Behandlungserfolg. Für die Kommunikation mit dem verordnenden Arzt ist zudem eine fundierte Berichterstattung wichtig, in der auch die konkreten Betätigungsziele aufgeführt werden.

Im Kurs werden wir uns analog zum CPPF-Prozessmodell mit diesen Themen beschäftigen:

  • Verknüpfung des Überweisungsauftrags des Arztes mit der Alltagsproblematik/den Betätigungsperformanzproblemen des Kindes
  • Entwicklung von betätigungsorientierten Zielen mit Kind/Eltern/Schule/Kindergarten (u. a. mit Hilfe von COPM, COPMa-kids, COSA)
  • Formulieren konkreter und zeitlich eingebundener Erfolgskriterien analog zu den SMART-Regeln, damit die Ziele konkret und überprüfbar sind
  • Einbindung der alltagsorientierten Ziele in den Behandlungsplanungsprozess
  • Formen der Berichterstattung an den Arzt, die den Behandlungsverlauf auf Betätigungsebene dokumentieren und dem Arzt so eine evtl. Weiterverordnung unter Regresssicherheit ermöglichen.

Do 22. Febr. 2018, 9.30 Uhr bis 17.00 Uhr
Referentinnen: Astrid Baumgarten, Inge Esser

Im Anschluss an diesen Kurs: Besprechung der Hausaufgaben/Selbststudiumsaufgaben (ca. 4 UE)
u. a. Fragen zur Testdurchführung, Auswertung, Interpretation. Klärung von Fragen zu den kriteriengeleiteten Beobachtungen. Möglichkeit der Besprechung von konkreten Therapiekindern.

Do 22. Febr. 2018, 17.15 bis ca. 19.00 Uhr
ReferentInnen: Astrid Baumgarten, N.N.


Movement Assessment Battery for Children: M-ABC - 2 (8 UE)

Die M-ABC-2 ist ein englischer Motoriktest für Kinder von 4 bis12 Jahren, der in einer deutschen Normierung im Jahr 2008 erschienen ist. Mit der M-ABC-2 werden auch qualitative Aspekte in der Bewegungsbeurteilung berücksichtigt, daher kann dieses Verfahren im Bereich der Grob- und Feinmotorik auch zur Therapieplanung und -evaluation eingesetzt werden Dieser Test wurde zudem entwickelt, um Bewegungsprobleme zu identifizieren, die die Partizipation und die soziale Integration des Kindes beeinträchtigen.
In den im Juli 2011 veröffentlichten Leitlinien für Diagnostik und Therapie bei Kindern mit umschriebenen Störungen motorischer Funktionen "UEMF" (F82) wird die Diagnostik der "UEMF" mit der M-ABC-2 empfohlen. Die Einordnung der Testergebnisse in die aktuelle Klassifikation motorischer Störungen wird Thema des Seminars sein.

Inhalte des Kurses:

  • Hinweise zur Testdurchführung anhand von Videofilmen
  • Erprobung der Testdurchführung
  • Klärung von Durchführungsfragen und -probleme
  • M-ABC-2 Testauswertung
  • Darstellung der Testergebnisse in einem adaptierten Testprofil (INSIGHT 2013
  • Möglichkeiten der Interpretation der M-ABC - 2 für den therapeutischen Befund
  • Diskussion von M-ABC-2 - Fallbeispielen

Fr 23. Febr. 2018, 9.30 bis 17.00 Uhr
Referentin: Astrid Baumgarten


CO-OP - ein kognitiver Ansatz bei Kindern mit motorischen Entwicklungsstörungen
und anderen Störungsbildern (16 UE)

Im ersten Teil dieses Workshops (am 1. und 2. Tag) wird der evidenzbasierte CO-OP Ansatz (Cognitive Orientation to Daily Occupational Performance) von Dr. Helene Polatajko und Kollegen (Kanada) vorgestellt und praktisch erprobt.

Der CO-OP-Ansatz ist auf verschiedenen Ebenen wissenschaftlich erforscht und in seiner Wirksamkeit evaluiert. Er wird v. a. in der Therapie von Kindern mit umschriebenen Entwicklungsstörungen der motorischen Funktionen (UEMF) in den entsprechenden Versorgungsleitlinien als wirksam empfohlen. Darüber hinaus gibt es inzwischen vielversprechende Pilotstudien und Erfahrungen bei CO-OP mit Erwachsenen und Klienten mit anderen Störungsbildern, wie z.B. Autismus, Apoplex u.a.

>>> Weitere Informationen zum CO-OP Kurs finden Sie auf unserer Homepage!

Der zur CO-OP Weiterbildung gehörende Vertiefungs-Tag (3. Tag) bietet die Gelegenheit sich über die Erfahrungen mit CO-OP auszutauschen und das Wissen über CO-OP zu vertiefen. Dieser Tag findet am 8. Juni 2018 im 3. Modul statt.

Sa 24. Febr., 9.30 Uhr bis So 25. Febr. 2018, 16.00 Uhr
Referentinnen: Stephanie Knagge, Iris Knipschild


Selbststudium/Aufgaben bis zum nächsten Modul: (8 UE)
Einen Befundbericht inkl. Zielformulierungen von einem eigenen Therapiekind ausarbeiten. Kurzen CO-OP Film über eigene Therapie erstellen.


Präsenz im 2. Modul: 40 UE = 5 Tage


Modul 3

Termin: Mi 6. Juni, 9.30 Uhr bis So 10. Juni 2018, 16.00 Uhr

Seminarthemen

"Aufgepasst"
1. Einführung in die Diagnostik und Therapie von Aufmerksamkeitsstörungen/ADHS
2. Der systemische Blick auf die "ADHS-Familie" (18 UE)

Immer mehr Kinder werden mit Aufmerksamkeitsstörungen und/oder (Verdacht auf) ADHS mit entsprechenden Betätigungsproblemen in die ergotherapeutische Praxis überwiesen. Daher ist dies ein wichtiges Thema, das aus mehreren Blickwinkeln betrachtet werden sollte.

Neben grundlegenden ergotherapeutischen Behandlungsmöglichkeiten bei AD(H)S werden wir uns mit folgenden Seminarinhalten auseinandersetzen:

  • Betätigungsorientierte und klientenzentrierte Vorgehensweise bei Problemen im Bereich der Aufmerksamkeitssteuerung/ADHS analog zum CPPF
  • Betätigungsanalyse bei ADHS-spezifischen Problemstellungen
  • Kurzer Exkurs über neurophysiologische Grundlagen zur Steuerung von Aufmerksamkeit und Konzentration
  • Vor- und Nachteile der diagnostischen Möglichkeiten (Papier und Bleistift-Verfahren, computergestützte Tests, Fragebogen)
  • Welche Testverfahren können die Aktivitäts- und Partizipationsprobleme des Kindes auf der Funktionsebene verdeutlichen, um so den, für das Kind geeigneten Interventionsansatz auszuwählen?
  • Vorstellung des TEA-Ch-Test

Kurze Einführung in folgende Therapiekonzepte:

  • Marburger Konzentrationstraining (Krowatschek)
  • Aufmerksamkeitstraining nach Lauth & Schlottke
  • ATTENTIONER von Jacobs & Petermannn
  • Alert-Programm nach Williams & Shellenberger
  • IntraActPlus-Konzept von Jansen & Streit

Ergänzt werden diese Themen durch einen Workshop der Psychologin Stephanie Busch mit folgenden Inhalten:

  • Die Familie eines Kindes mit ADHS aus der systemischen Perspektive
  • Welche Kriterien müssen nach ICD - 10 für eine AD(H)S-Diagnose vorliegen? Was beinhaltet eine ADHS-Diagnostik idealerweise?
  • Beobachtungskriterien für das kindliche (Spiel-)verhalten
  • Die Marte Meo Methode zur Unterstützung der Eltern-Kind-Interaktion
  • Auf welchen gemeinsamen Prinzipien bauen Elterntrainings/Programme wie beispielsweise THOP (Therapieprogramm für Kinder mit hyperkinetischem und oppositionellem Verhalten), Triple P (Positive Parenting Program) oder Starke Eltern, starke Kinder® auf? Welche Eltern können von einem solchen Programm profitieren?
Das Seminar bietet auch eine Entscheidungshilfe, welche der vorgestellten Therapieprogramme/ Förderansätze zum persönlichen Arbeitsstil der TeilnehmerInnen passen.

Mi 6. Juni, 9.30 bis Do 7. Juni 2018, 17.30 Uhr
Referentinnen: Astrid Baumgarten, Stephanie Busch (Dipl. Psychologin), Inge Esser


CO-OP Aufbau- und Vertiefungstag (8 UE)
Der Vertiefungs-Tag bietet die Gelegenheit sich über die Erfahrungen mit CO-OP auszutauschen und das Wissen über CO-OP zu vertiefen. Jetzt stehen die eigenen Fallbeispiele und Erfahrungen mit CO-OP im Mittelpunkt. Es werden u. a. spezifische Aspekte und die Fragen nach den Möglichkeiten und Grenzen, den Schwierigkeiten und Erfolgen der Anwendung von CO-OP diskutiert.

Inhalte: Vertiefen des CO-OP-Wissens und Erfahrungsaustausch (check)

  • Erfahrungsaustausch
  • Videoanalysen
  • Ideenpool
  • Praktische Vertiefung
  • Neue Entwicklungen
Das Mitbringen von eigenen Fallbeispielen für den Vertiefungs-Tag (3. Tag), gerne auch als Videosequenzen, bereichert diesen Workshop sehr und wird erwartet!

Fr 8. Juni 2018, 9.30 Uhr bis 17.00 Uhr
Referentinnen: Stephanie Knagge, Iris Knipschild

Im Anschluss an diesen Kurs: Besprechung der Hausaufgaben/Selbststudiums-aufgaben (ca. 4 UE)
u. a. Vorstellung und Besprechung der eigenen Berichte. Klärung von Fragen.
Möglichkeit der Besprechung von konkreten Therapiekindern.

Fr 8. Juni 2018, 17.15 Uhr bis ca. 19.00 Uhr


Einführung in die Sensorische Integrationstherapie (18 UE)

In diesem Einführungsseminar wird das Konzept der Sensorischen Integrationstherapie vorgestellt. Gerade in den letzten Jahren sind zahlreiche internationale Studien zu unterschiedlichen Fragestellungen rund um die SI und zur Effektivität der SI-Therapie veröffentlicht worden. Dies zeigt den hohen Stellenwert, den diese Therapiemethode nach wie vor hat, wenn sie gezielt eingesetzt wird und sich an den Alltagsproblemen des Kindes/ der Familie orientiert.

Inhalte des Seminars sind:

  • Einführung in das Konzept der Sensorischen Integration
  • Überblick über die Sinnessysteme und das ZNS
  • Störungsbilder der SI analog zu den aktuellen Klassifizierungen
  • Möglichkeiten der Befundung anhand von kriteriengeleiteten Beobachtungen
  • Die Fidelity-Kriterien in der SI-Behandlung
  • Möglichkeiten der Alltagsstrukturierung nach SI-Prinzipien/ Themen der Elternberatung.
Ergänzt werden die Kursinhalte durch Selbsterfahrungsübungen und zahlreiche Videofallbeispiele.

Sa 9. Juni, 9.30 Uhr bis So 10. Juni 2018, 16.00 Uhr
Referentinnen: Iris Knipschild, Astrid Baumgarten


Selbststudium/Aufgaben bis zum nächsten Modul: 8 UE

Schriftliche Fallarbeit für den PÄDergo-Abschluss über ein Therapiekind mit folgenden Themen:

  1. Darstellung der Betätigungsprobleme und sonstiger Befundergebnisse
  2. Darstellung der Zielformulierung und der Elternberatung
  3. Darstellung der Behandlungsplanung und des Behandlungsverlaufs
  4. Aufnehmen einer kurzen (10 Min.) Videosequenz zur Therapie


Präsenz im 3. Modul: 44 UE = 5 Tage


Modul 4

Termin: Do 13. September, 9.30 Uhr bis So 16. September 2018

Seminarthemen

Früherkennung und Prävention schulischer Lernstörungen bei Kindern in der Ergotherapie (9 UE)

Lernstörungen haben weitreichende Folgen für die schulische, berufliche, emotionale und soziale Entwicklung der betroffenen Kinder. Da die Wurzeln von Lernstörungen oft schon im Vorschulalter zu suchen und zu finden sind, ist ein möglichst frühzeitiges Erkennen von Entwicklungsrisiken bereits in diesem Zeitabschnitt, spätestens zum Schulbeginn, von großer Relevanz. Von besonderem Interesse ist dabei die Erfassung und Förderung von Vorläuferfertigkeiten, die für den Erwerb von Lese- Rechtschreib- und Rechenkompetenzen grundlegend sind.
Viele der in der Ergotherapie behandelten Kinder weisen eine hohe Anzahl von Risikofaktoren für spätere schulische Lernstörungen auf ("Soft Signs"). ErgotherapeutInnen sind daher prädestiniert dafür, mit Vorschulkindern im Bereich Prävention von späteren Lernstörungen zu arbeiten. Zudem werden vermehrt Kinder im Vorschulalter mit dem Auftrag "Fit machen für die Schule" in die Praxen überwiesen.

Themen des Kurses:

  • Spezifische Basiskompetenzen des Lesens, Rechtschreibens und Rechnens bei Kindern im Vorschulalter anhand des aktuellen wissenschaftlichen Kenntnisstandes
  • Darstellung der Risikofaktoren für schulische Lernstörungen im Vorschulalter: "Soft Signs", unspezifische, spezifische Prädiktoren
  • Möglichkeiten der Befundung/Testung von Vorläuferfertigkeiten des Lesens, Rechtschreibens und Rechnens
  • Befundung der mathematischen Vorläuferfähigkeiten mit einem, in Zusammenarbeit mit Dr. Barth, erstellten Screening (wird den TN nach dem Kurs zugemailt)
  • Präventive Möglichkeiten und Ansätze zur Verhinderung späterer Lernstörungen innerhalb der pädiatrischen Ergotherapie
Praktische Erprobung von entsprechenden Behandlungssequenzen und Filmbeispiele vertiefen die Seminarinhalte.

Do 13. Sept. 2018, 9.30 Uhr bis 17.30 Uhr
Referentinnen: Astrid Baumgarten, Iris Knipschild


Ergotherapie bei visuellen Wahrnehmungsverarbeitungsstörungen (12 UE)

Rund um das Thema der visuellen Wahrnehmung gibt es viele unterschiedliche Definitionen und entsprechende Förder- und Therapieansätze.
Im Seminar wird eine Einordnung der verschiedenen Begrifflichkeiten in Bezug zum ergotherapeutischen Befund (inkl. FEW - 2 Ergebnissen) vorgenommen. Die Auswirkung der Störungsbilder auf die Partizipation der Kinder in der Schule und häuslichem Umfeld werden geschildert.

Seminarthemen:

  • Entwicklung des visuellen Systems und der visuellen Wahrnehmung
  • Einordnung der unterschiedlichen Bezeichnungen im Bereich der visuellen Wahrnehmungsverarbeitungsstörungen
  • Befundung der visuellen Wahrnehmungsleistungen
  • Welche Rolle spielt der FEW-2 bei dieser Diagnostik?
  • Welche Aussagen können nach einer FEW-2 Testung in Bezug auf Schulfertigkeiten und betätigungsproblemorientierte Behandlungsansätze gemacht werden
  • Räumlich-konstruktive Störungen als Teilbereich umschriebener Lernstörungen
  • Behandlungsansätze bei räumlich-konstruktiven und bei visuell-perzeptiven Wahrnehmungsverarbeitungsstörungen.
Die Möglichkeiten der praktischen Umsetzung werden an Hand von Videobeispielen demonstriert und während des Seminars gemeinsam erarbeitet.

Fr 14. Sept., 9.30 bis Sa 15. Sept. 2018, 13.00 Uhr
Referentinnen: Inge Esser, Iris Knipschild


Abschlusskolloquium (4 UE)
Vorstellung der eigenen Kurzfälle und Behandlungsvideos in Kleingruppen
Sa. 15. Sept. 2018 ab 14.00 Uhr und So 16. Sept. 2018
Referentinnen: Astrid Baumgarten und weitere INSIGHT-Referentinnen
Zeiten der Kleingruppen nach Absprache


Präsenz: 25 UE = 3 Tage


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